Gegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) – Muster
Präsentation
Die gegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarung (Non-Disclosure Agreement, NDA) verpflichtet beide Parteien, vertrauliche Informationen, die sie im Rahmen einer geplanten Zusammenarbeit, Verhandlung oder Prüfung austauschen, geheim zu halten und nicht für andere Zwecke als den vereinbarten zu verwenden. Sie beruht auf der allgemeinen Vertragsfreiheit (§311 BGB) und wird ergänzt durch das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen (GeschGehG), das seit 2019 den Begriff des Geschäftsgeheimnisses definiert und verlangt, dass der Geheimnisinhaber „angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen" trifft — eine schriftliche NDA ist genau eine solche Maßnahme und stärkt die Rechtsposition im Streitfall erheblich. Wann zu verwenden: vor dem Austausch sensibler Informationen im Rahmen von Vertragsverhandlungen, Due-Diligence-Prüfungen, Investorengesprächen, Kooperationsprojekten oder der Evaluierung einer möglichen Geschäftsbeziehung, insbesondere wenn beide Seiten vertrauliche Informationen offenlegen (daher „gegenseitig", im Unterschied zur einseitigen NDA). Parteien: zwei (oder mehr) Vertragsparteien, die wechselseitig vertrauliche Informationen austauschen. Wesentliche Klauseln: die Definition der vertraulichen Informationen (möglichst präzise, um Streit über den Anwendungsbereich zu vermeiden), Ausnahmen von der Vertraulichkeitspflicht (bereits öffentlich bekannte Informationen, unabhängig entwickelte Informationen, gesetzliche Offenlegungspflichten), die Zweckbindung der Nutzung, die Dauer der Vertraulichkeitspflicht (häufig 2 bis 5 Jahre nach Vertragsende), Regelungen zur Rückgabe oder Vernichtung von Unterlagen, sowie eine Vertragsstrafenklausel für den Fall eines Verstoßes. Vertragsstrafe: Eine Vertragsstrafenklausel (§339 BGB) ist in der Praxis der wirksamste Hebel, da der tatsächliche Schaden eines Geheimnisverrats oft schwer zu beziffern ist. Sie muss der Höhe nach angemessen sein — eine unangemessen hohe Vertragsstrafe kann von Gerichten gemäß §343 BGB herabgesetzt werden. Häufige Fehler: eine zu weite oder zu vage Definition der vertraulichen Informationen, das Fehlen einer zeitlichen Begrenzung der Vertraulichkeitspflicht, das Übersehen gesetzlicher Ausnahmen (z. B. Auskunftspflichten gegenüber Behörden), sowie eine zu niedrige oder gar keine Vertragsstrafe, die im Streitfall keinen echten Abschreckungseffekt hat.
Anzupassende Informationen
Name oder Firma der Partei A
Anschrift der Partei A
Name oder Firma der Partei B
Anschrift der Partei B
Zweck des Informationsaustauschs
Definition der vertraulichen Informationen
Ausnahmen von der Vertraulichkeitspflicht
Dauer der Vertraulichkeitspflicht nach Vertragsende
Üblich sind 2 bis 5 Jahre.
Höhe der Vertragsstrafe bei Verstoß
Datum der Vertragsunterzeichnung
Passen Sie Ihre Vorlage an
Üblich sind 2 bis 5 Jahre.
Unterzeichner
Häufig gestellte Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen einer einseitigen und einer gegenseitigen NDA?
- Bei einer einseitigen NDA offenbart nur eine Partei vertrauliche Informationen, bei der gegenseitigen NDA tauschen beide Parteien vertrauliche Informationen aus und verpflichten sich wechselseitig zur Geheimhaltung.
- Welche gesetzliche Grundlage hat der Schutz von Geschäftsgeheimnissen in Deutschland?
- Das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen (GeschGehG), seit 2019 in Kraft, setzt die EU-Richtlinie 2016/943 um. Es schützt Informationen nur dann als Geschäftsgeheimnis, wenn der Inhaber angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen hat — eine schriftliche NDA ist eine solche Maßnahme.
- Wie lange sollte die Vertraulichkeitspflicht gelten?
- Üblich sind 2 bis 5 Jahre nach Beendigung der Zusammenarbeit oder der Vereinbarung. Eine unbegrenzte Dauer ist möglich, kann jedoch im Streitfall als unangemessen lange Beschränkung der Vertragsfreiheit bewertet werden.
- Ist eine Vertragsstrafe sinnvoll?
- Ja, da der tatsächliche Schaden eines Geheimnisverrats oft schwer nachzuweisen und zu beziffern ist, wirkt eine Vertragsstrafe abschreckend und erleichtert die Durchsetzung. Sie muss der Höhe nach angemessen sein, sonst kann sie gerichtlich herabgesetzt werden.
- Welche Informationen sind von der Vertraulichkeitspflicht ausgenommen?
- Typischerweise bereits öffentlich bekannte Informationen, dem Empfänger bereits vorher bekannte Informationen, unabhängig entwickelte Informationen sowie Informationen, deren Offenlegung gesetzlich oder behördlich zwingend vorgeschrieben ist.
- Muss eine NDA notariell beurkundet werden?
- Nein, eine NDA unterliegt keiner besonderen Formvorschrift. Die Schriftform wird jedoch dringend empfohlen, um die Geheimhaltungsmaßnahmen im Sinne des GeschGehG nachweisen zu können.
Zugehörige Vorlagen
Informationen zu dieser Vorlage
- Letzte Aktualisierung
- 31. August 2026
- Land
- DE
- Rechtlicher Hinweis
- Diese Vorlage dient nur zur Orientierung und muss an Ihre Situation angepasst werden. Sie stellt keine individuelle Rechtsberatung dar.