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Leitfaden · eIDAS 2.0

Die europäische Brieftasche für digitale Identität (EUDI Wallet)

Mit der eIDAS-2.0-Verordnung (EU 2024/1183) wird die europäische Brieftasche für digitale Identität es jedem Bürger und jedem Unternehmen der Union ermöglichen, seine Identität nachzuweisen und Bescheinigungen auf sichere Weise unter eigener Kontrolle auszutauschen.

Aktualisiert am

Regulatorischer Rahmen eIDAS 2.0

Die europäische Brieftasche für digitale Identität (European Digital Identity Wallet oder EUDI Wallet) wird durch die Verordnung (EU) 2024/1183 vom 11. April 2024 geschaffen, die die eIDAS-Verordnung von 2014 (EU Nr. 910/2014) überarbeitet. Dieser Text trat am 20. Mai 2024 in Kraft und markiert den Übergang von eIDAS zu seiner sogenannten "eIDAS 2.0"-Version.

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  • Jeder Mitgliedstaat muss seinen Bürgern und Einwohnern mindestens eine konforme digitale Identitätsbrieftasche anbieten, innerhalb der durch die Verordnung festgelegten Fristen, sobald die zugehörigen Durchführungsakte angenommen sind.
  • Die Brieftasche wird den Privatpersonen kostenlos zur Verfügung gestellt und ihre Verwendung bleibt freiwillig: niemand kann gezwungen werden, sie zur Inanspruchnahme eines Dienstes zu nutzen.
  • Große Online-Plattformen und viele Dienste (Banking, Telekommunikation, öffentlicher Sektor) müssen die Brieftasche als Identifizierungsmittel akzeptieren, wenn eine starke Authentifizierung des Benutzers erforderlich ist.
  • Die gemeinsamen technischen Spezifikationen sind im Architecture Reference Framework (ARF) definiert, einem Referenzrahmen, der die Interoperabilität der Brieftaschen zwischen den Mitgliedstaaten gewährleistet.

Betroffene Komponenten

Die "Brieftaschen"-Anwendung auf dem Smartphone des Benutzers installiert, die seine Nachweise speichert und darstellt.
Die personenbezogenen Identifizierungsdaten (PID, Person Identification Data), die vom Staat ausgestellt werden: Name, Vornamen, Geburtsdatum, Identifikator.
Elektronische Attributbestätigungen (EAA / QEAA): Diplome, Lizenzen, Alter, Mandate, Organisationszugehörigkeit.
Qualifizierte Zertifikate für elektronische Signaturen und Siegel, die das Signieren mit hohem Rechtswert ermöglichen.
Das Verzeichnis der registrierten vertrauenden Stellen (relying parties), die berechtigt sind, Daten von der Brieftasche anzufordern.
Mittel der starken Authentifizierung (Biometrie, Code), die den Zugriff auf die Brieftasche auf dem Gerät schützen.

Schritte

  1. 1

    Brieftasche installieren und aktivieren

    Der Benutzer lädt die von seinem Mitgliedstaat bereitgestellte oder zertifizierte Brieftasche herunter und aktiviert sie mit einem anerkannten elektronischen Identifizierungsmittel.

  2. 2

    Seine Identitätsdaten (PID) laden

    Die personenbezogenen Identifizierungsdaten werden vom staatlichen Aussteller in der Brieftasche bereitgestellt und stellen die überprüfbare Grundidentität dar.

  3. 3

    Attributbestätigungen hinzufügen

    Der Benutzer fügt der Brieftasche Bestätigungen hinzu, die von Behörden oder qualifizierten Organisationen ausgestellt wurden (Diplom, Altersnachweis, berufliches Mandat).

  4. 4

    Selektiv präsentieren und nachweisen

    Gegenüber einem Dienst teilt der Benutzer nur die unbedingt erforderlichen Daten (selektive Offenlegung) und behält einen Überblick über seine Datenfreigaben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die europäische Brieftasche für digitale Identität?
Es ist eine von eIDAS 2.0 vorgesehene mobile Anwendung, die es jedem Bürger oder Unternehmen der Union ermöglicht, unter seiner Kontrolle seine Identitätsdaten und Bestätigungen (Diplome, Alter, Mandate) zu speichern und zu präsentieren, um sich online oder am Schalter zu identifizieren.
Wann wird die Brieftasche verfügbar sein?
Die Verordnung (EU) 2024/1183 ist am 20. Mai 2024 in Kraft getreten. Jeder Mitgliedstaat muss dann eine konforme Brieftasche in den in der Verordnung vorgesehenen Fristen anbieten, sobald die Durchführungsakte angenommen wurden. Die Bereitstellung ist schrittweise auf Unionsebene erfolgt.
Ist die Nutzung der Brieftasche obligatorisch?
Nein. Die Brieftasche wird kostenlos bereitgestellt und ihre Nutzung ist für Privatpersonen optional. Viele Dienste müssen sie jedoch als Identifizierungsmittel akzeptieren, wenn eine starke Authentifizierung erforderlich ist.
Was ist der Unterschied zur eIDAS-Verordnung selbst?
Die Verordnung eIDAS 2.0 legt den Rechtsrahmen fest (elektronische Identität, Vertrauensdienste, Signatur). Die Brieftasche ist das konkrete Werkzeug auf der Benutzerseite. Für den allgemeinen Rahmen siehe unseren Leitfaden "eIDAS 2.0-Verordnung verstehen".
Kann man mit der Brieftasche ein Dokument unterzeichnen?
Ja. Die Brieftasche kann ein qualifiziertes Zertifikat für elektronische Signaturen (QES) enthalten, das es ermöglicht, mit dem höchsten in der gesamten Union anerkannten Rechtswert zu unterzeichnen.
Leitfaden für elektronische Signaturen · Lösungen für Bank und Versicherung · Die eIDAS-Verordnung verstehen

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