Verordnung eIDAS: einfache und umfassende Erklärung
Was ist die eIDAS-Verordnung, was ändert sie, welche 3 Signaturstufen gibt es und warum betrifft sie jedes europäische Unternehmen.
Certyneo-Team
Redakteur — Certyneo · Über Certyneo
eIDAS in einem Satz
eIDAS (Electronic IDentification, Authentication and trust Services) ist die europäische Verordnung Nr. 910/2014, die den rechtlichen Rahmen für elektronische Signaturen, digitale Identität und Vertrauensdienste in den 27 Mitgliedstaaten vereinheitlicht.
Sie trat am 1. Juli 2016 mit unmittelbarer Rechtskraft in jedem Mitgliedstaat in Kraft.
Warum eIDAS geschaffen wurde
Vor 2016 hatte jedes Land sein eigenes Gesetz. Eine in Frankreich ausgestellte Signatur wurde in Deutschland nicht automatisch anerkannt.
eIDAS löst drei Probleme:
- Rechtliche Zersplitterung: ein einheitlicher Rahmen für 27 Länder
- Gegenseitige Anerkennung: eine überall gültige Signatur
- Harmonisierte Stufen: drei standardisierte Stufen (SES, AES, QES)
Die drei Signaturstufen
- Einfache Signatur (SES): jede elektronische Zustimmung
- Fortgeschrittene Signatur (AES): eindeutige Identifizierung + starke Authentifizierung
- Qualifizierte Signatur (QES): AES + qualifiziertes Zertifikat + sicheres Gerät
Weitere Informationen finden Sie unter einfach, fortgeschritten, qualifiziert.
Anbieter von Vertrauensdiensten (TSP/QTSP)
eIDAS schafft den Status eines Anbieters von Vertrauensdiensten (TSP), der qualifiziert (QTSP) sein kann, wenn er überprüft und in die Vertrauensliste eines Mitgliedstaats eingetragen ist. In Frankreich verwaltet die ANSSI diese Liste (Docaposte Certigna, Universign, CertEurope…).
Gegenseitige Anerkennung
Eine Signatur, die von einem französischen QTSP ausgestellt wird, wird automatisch in der gesamten EU anerkannt. Dieses Prinzip gilt auch für digitale Identitäten: FranceConnect+ wird im Rahmen von eIDAS 2.0 mit den Identitätswechselportfolios anderer Staaten interoperabel sein.
Grundsatz der Nichtdiskriminierung (Artikel 25)
Auch eine einfache Signatur ist zulässig. Der Richter beurteilt die Zuverlässigkeit des Verfahrens, aber das digitale Format allein ist kein Ablehnungsgrund.
eIDAS 2.0: Was sich ändert
Die Verordnung (EU) 2024/1183 modernisiert eIDAS mit der Europäischen digitalen Identitätsbrieftasche (EUDIW). Bis Ende 2026 muss jeder Mitgliedstaat eine mobile Anwendung bereitstellen, um Identitätsnachweise zu speichern und mit einer QES zu signieren.
Was das für Ihr Unternehmen ändert
- Unterzeichnen Sie mit EU-Partnern, ohne den Rahmen zu verhandeln
- Wählen Sie einen eIDAS-konformen Anbieter
- Bereiten Sie sich auf EUDIW vor (2026-2027)
- Passen Sie die Stufe an den Einsatzzweck an
Wie sich Certyneo an eIDAS ausrichtet
Certyneo stellt nativ SES- und AES-konforme Signaturen aus, mit PAdES-Token, Zeitstempel und Audit-Trail. Für QES verbinden wir uns mit europäischen QTSPs.
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Häufig gestellte Fragen
Ist eIDAS obligatorisch?
Für jede Unterzeichnung mit grenzüberschreitender EU-Rechtswirkung dringend empfohlen.
Unterschied zwischen eIDAS und DSGVO?
eIDAS regelt Signaturen und Identitäten. DSGVO regelt den Datenschutz. Ergänzend.
Kann ich mit einem Anbieter außerhalb der EU unterzeichnen?
Rechtlich ja, aber die grenzüberschreitende Anerkennung ist geringer.
Zertifiziert die ANSSI Plattformen?
Die ANSSI qualifiziert QTSPs (für QES). Für SES/AES ist es die eIDAS-Konformität des Anbieters.
Wie erkenne ich, ob ein Dokument in QES unterzeichnet ist?
In Adobe Reader: Signatureigenschaften → Stufe und Zertifikat. Siehe ein unterzeichnetes Dokument überprüfen.
Fazit
eIDAS ist das europäische Fundament, das elektronische Signaturen rechtlich zuverlässig, grenzüberschreitend und standardisiert macht.
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