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Online-Shop-Start: Vollständiger Rechtsleitfaden 2026

Rechtsleitfaden für den Start eines Online-Shops 2026: gesetzliche Hinweise, AGB, DSGVO, sichere Zahlungen und elektronisch signierte Partnerverträge.

Certyneo-Team3 min Lesezeit

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Redakteur — Certyneo · Über Certyneo

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Der Start eines Online-Shops in Österreich stellt eine große wirtschaftliche Gelegenheit dar, wobei der Markt 2023 nach FEVAD-Daten 160 Milliarden Euro überstieg. Dieses unternehmerische Abenteuer geht jedoch mit einem strikten rechtlichen Rahmen einher, der keine Kompromisse duldet. Zwischen dem Gesetz für das Vertrauen in die digitale Wirtschaft (LCEN) vom 21. Juni 2004, der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und den nachfolgenden europäischen Richtlinien muss der Online-Verkäufer ein komplexes Regelwerk beherrschen. Dieser umfassende Leitfaden begleitet Sie durch die wichtigsten Schritte zur rechtskonformen Strukturierung Ihres E-Commerce-Projekts, von der Erstellung der gesetzlichen Hinweise bis zur Implementierung von PCI-DSS-konformen Zahlungsprozessen, einschließlich der Verwaltung von Rückgaben und Lieferung.

Erforderliche gesetzliche Hinweise auf Ihrer Website

Artikel 6-III der LCEN verpflichtet jeden Betreiber eines Online-Shops, gesetzliche Hinweise zu veröffentlichen, die von jeder Seite der Website zugänglich sind. Für juristische Personen müssen diese Hinweise die Firma, den Sitz, die Handelsregisternummer, das Kapital, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie den Namen des Verantwortlichen für die Veröffentlichung enthalten. Für Einzelunternehmer sind die vollständige Identität und die Geschäftsadresse erforderlich.

Die Nichtbeachtung dieser Verpflichtungen führt zu einer Sanktion von bis zu 75.000 Euro Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr (Artikel 6-VI-2 der LCEN). Neben den standardmäßigen gesetzlichen Hinweisen muss Ihr Shop den Website-Hoster mit vollständigen Kontaktdaten, Informationen zur Verbraucherschlichtung (Artikel L.616-1 des Verbrauchergesetzbuchs) und bei geregelten Tätigkeiten die entsprechende Berufszulassungsnummer anzeigen.

Verfassung der AGB für Online-Shops

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bilden den Vertrag zwischen Verkäufer und Verbraucher. Artikel L.221-5 des Verbrauchergesetzbuchs schreibt eine genaue Liste vorvertraglicher Informationen vor: wesentliche Produktmerkmale, Gesamtpreis, Zahlungs-, Liefer- und Ausführungsmodalitäten, Lieferdatum, Widerrufsrecht, gesetzliche Gewährleistungen und Mängelhaftung.

Die europäische Richtlinie 2019/770 über Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte verschärft diese Anforderungen für digitale Waren und Online-Dienste. Ihre AGB müssen vom Verbraucher vor Bestellbestätigung explizit akzeptiert werden, über ein separates Kontrollkästchen (nicht vorausgefüllt nach EUGH-Urteil C-673/17). Das unter Artikel 1127-2 des Zivilgesetzbuches vorgesehene Doppel-Klick-Bestätigungsverfahren ist ebenfalls für jeden elektronisch geschlossenen Vertrag verbindlich.

Sichere Zahlungsabwicklung und PCI-DSS-Konformität

Die Sicherung von Online-Zahlungen folgt dem PCI-DSS-Standard (Payment Card Industry Data Security Standard), der 12 technische und organisatorische Anforderungen zum Schutz von Bankkartenddaten vorschreibt. Seit September 2019 verpflichtet die DSP2-Richtlinie (Richtlinie über Zahlungsdienste 2) zur starken Kundenauthentifizierung (SCA – Strong Customer Authentication) für alle Transaktionen über 30 Euro über das 3D Secure v2-Protokoll.

Die Wahl eines zertifizierten Zahlungsdienstleisters (PSP) wie Stripe, Mangopay, Adyen oder Lyra entlastet den Händler teilweise von den komplexesten technischen Anforderungen. Die rechtliche Verantwortung bei Betrug bleibt jedoch durch Artikel L.133-19 des Geldmengen- und Finanzgesetzbuchs geregelt, das den Verbraucher bei nicht autorisierten Transaktionen stark schützt.

Lieferung und Widerrufsrecht

Artikel L.216-1 des Verbrauchergesetzbuchs verpflichtet zu einer Lieferung spätestens innerhalb von 30 Tagen, sofern nicht vertraglich etwas anderes vereinbart ist. Der Verbraucher hat das Recht, innerhalb von 14 Kalendertagen ab Erhalt der Ware zu widerrufen (Artikel L.221-18), ohne seinen Widerruf begründen zu müssen. Rücksendekosten können auf den Kunden übertragen werden, wenn dies in den AGB klar angegeben ist.

Bestimmte Produktkategorien sind vom Widerrufsrecht ausgenommen: personalisierte Waren, verderbliche Lebensmittel, digitale Inhalte nach Erfüllung (Artikel L.221-28). Die Rückerstattung muss innerhalb von 14 Tagen nach Widerruf erfolgen, sonst droht eine gesetzliche Verzinsung.

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