Elektronisches Zertifikat und digitale Signatur
Was ist ein elektronisches Zertifikat, wofür dient es und welcher Zusammenhang besteht zur digitalen Signatur?
Certyneo-Team
Redakteur — Certyneo · Über Certyneo
Das elektronische Zertifikat in zwei Worten
Ein elektronisches Zertifikat ist eine digitale Datei, die von einer Zertifizierungsstelle (ZS) ausgestellt wird und einen öffentlichen Schlüssel mit der Identität des Inhabers verbindet. Es ist der Grundstein der digitalen Signatur — die technische Umsetzung der elektronischen Signatur.
Asymmetrische Kryptografie
Die digitale Signatur basiert auf Kryptografie mit öffentlichem/privatem Schlüssel:
- Privater Schlüssel: wird vom Unterzeichner geheim gehalten, verwendet zum Signieren
- Öffentlicher Schlüssel: wird im Zertifikat verteilt, verwendet zur Überprüfung
Jeder kann mit dem öffentlichen Schlüssel überprüfen, dass eine Signatur tatsächlich mit dem entsprechenden privaten Schlüssel erstellt wurde.
Die Rolle des Zertifikats
Das elektronische Zertifikat:
- bestätigt, dass der öffentliche Schlüssel einer bestimmten Person oder Organisation gehört
- ist vom ausstellenden Zertifikat (ZS) signiert
- hat eine begrenzte Gültigkeitsdauer (typischerweise 1-3 Jahre)
- kann im Falle einer Kompromittierung widerrufen werden
Die PKI: Public Key Infrastructure
Die Gesamtheit der Hardware-, Software-, Verfahrens- und Richtlinienkomponenten zur Ausstellung, Verwaltung und zum Widerruf von Zertifikaten bildet eine PKI (Public Key Infrastructure).
Eine moderne PKI umfasst:
- Root-Zertifizierungsstelle (ZS-R)
- Zwischenstellen
- Widerrufsserver (CRL, OCSP)
- Registrierungsverfahren
Qualifiziertes Zertifikat vs. einfaches Zertifikat
- Einfaches Zertifikat: von jeder Zertifizierungsstelle ausgestellt, Standardverwendung
- Qualifiziertes Zertifikat: ausgestellt von einem QTSP (qualifizierten Diensteanbieter), eingetragen in die EU-Vertrauensliste. Erforderlich für die qualifizierte Signatur (QES).
Siehe die 3 Signaturebenen.
Digitale Signatur vs. elektronische Signatur
- Elektronische Signatur: juristisches Konzept (eIDAS). Drei Ebenen.
- Digitale Signatur: technische Umsetzung durch asymmetrische Kryptografie.
Eine elektronische Signatur kann auf einer digitalen Signatur basieren, ist aber nicht zwingend erforderlich. Eine einfache AES (OTP) verwendet kein persönliches Zertifikat.
Wann ist ein persönliches Zertifikat erforderlich
Ein persönliches Zertifikat ist nur erforderlich für:
- die QES (qualifizierte Signatur)
- bestimmte spezifische Verfahren (e-greffe, Teledeklarationen)
Für SES und AES ist kein persönliches Zertifikat erforderlich — die Plattform verwaltet die Kryptografie im Backend.
Wie man ein qualifiziertes Zertifikat erhält
- Wählen Sie einen QTSP (Docaposte Certigna, Universign/Oodrive, CertEurope…)
- Führen Sie eine Identitätsprüfung durch (persönlich oder Video-KYC)
- Erhalten Sie das Zertifikat auf einem Gerät (YubiKey, Chipkarte) oder als Software
- Gültig für 1-3 Jahre, erneuerbar
Kosten: typischerweise 50-200 € pro Jahr.
Wie Certyneo Ihnen hilft
Certyneo verwaltet die Kryptografie im Backend für SES- und AES-Signaturen — Sie benötigen kein persönliches Zertifikat. Für QES-Fälle verbinden wir uns mit mehreren europäischen QTSPs, um die qualifizierte Signatur ohne Komplexität auszulösen.
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FAQ
Benötige ich ein Zertifikat zum Signieren?
Nein für SES/AES. Ja für QES.
Wie viel kostet ein qualifiziertes Zertifikat?
50-200 € pro Jahr bei französischen QTSPs.
Wie wird erneuert?
Vereinfachtes Verfahren (Identifizierung bereits durchgeführt), normalerweise online.
Kann ein Zertifikat widerrufen werden?
Ja, von der ZS im Falle einer Kompromittierung. CRL oder OCSP einsehen.
Zertifiziert die ANSSI die Zertifikate?
Nein, sie qualifiziert die QTSPs, die qualifizierte Zertifikate ausstellen.
Fazit
Das elektronische Zertifikat ist die Grundlage der qualifizierten digitalen Signatur. Für die meisten Anwendungen (SES/AES) verwaltet die Plattform alles im Backend — Sie müssen nichts installieren.
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